Gymnasium in Eigenverantwortung – Herausforderung und Chance

Hauptversammlung 2006 

am 18. November in Erlangen 

Am 18. November 2006 hielt die Bayerische Direktorenvereinigung vor dem Hintergrund der anstehenden gymnasialen Veränderungen ihre ordentliche Hauptversammlung im Siemens Medicare in Erlangen ab. Als Festredner konnte trotz seiner engen Terminlage Kultusminister Schneider gewonnen werden.

Der Kultusminister bekannte sich klar zum dreigliedrigen Schulsystem und sprach den Direktorinnen und Direktoren seine Anerkennung für deren engagierte Arbeit aus. Die Weiterentwicklung des Schulwesens geschehe unter verschiedenen Rahmenbedingungen: der Globalisierung, der immer stärker werdenden Bedeutung der interkulturellen Kompetenz und demographischen Entwicklung, die einen starken Schülerrückgang in allen Schularten erwarten lasse. All das sei aber kein Anlass vom gegliederten Schulwesen Abstand zu nehmen, bei dem das Gymnasium eine tragenden Säule sei und bleibe. Zwar sehe er die derzeitige Hauptaufgabe in der Profilierung der Hauptschule und der Ausweitung eines zweiten, berufsorientierten Wegs zur Hochschulreife, die Weiterentwicklung des Gymnasiums sei aber auch eine wichtige Herausforderung. Hier gehe es um die Einführung der neuen Oberstufe, deren Kernpunkte die Stärkung der Allgemeinbildung u.a. durch die Erhöhung der Zahl der Abiturfächer auf 5 und die Vermittlung von für ein Studium wichtigen Kompetenzen u.a. durch die Einführung zweier Seminarfächer sei. Ein noch nicht gelöstes Problem sei der doppelte Abiturjahrgang 2011, der zeitlich etwa dadurch entzerrt werden soll, das die G9-Schüler schon im Februar ihr Abitur ablegen und dann im Sommersemester das Studium aufnehmen könnten. Noch nicht entschieden sei über Forderungen nach einer Stärkung der Naturwissenschaften etwa durch verpflichtende Belegung einer zweiten Naturwissenschaft in der Oberstufe; grundsätzlich befürworte er die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Der Kultusminister ging auch auf die schwierige Lage bei der Unterrichtsversorgung ein, zu deren Bewältigung man allen Absolventen bis Note 3,5 ein Angebot machen müsse und auch auf Quereinsteiger nicht verzichten könne. Mit den Modellversuchen MODUS 21 und MODUS F sei man auf dem richtigen Weg, das Gymnasium zukunftsfähig zu gestalten, auch werde über die Einführung einer zweiten Führungsebene nachgedacht. Die Gesamtverantwortung müsse aber beim Schulleiter verbleiben, auch wenn eine verstärkte Zusammenarbeit mit allen Gremien, insbesondere auch den Eltern unverzichtbar sei.

Die Landesvorsitzende Barbara Loos hatte vorher in ihren einführenden Worten auch schon auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass eine eigenverantwortliche Schule eine Direktorin / einen Direktor mit klar definierten Verantwortungsbereichen und Entscheidungsbefugnissen brauche. (Redetext hier klicken)

Der Festakt, bei dem stellvertretend für die vielen anwesenden Ehrengäste aus Politik, Schule und Wirtschaft Bürgermeister Gerd Lohwasser und der Fraktionsvorsitzender des CSU im Bayerischen Landtag, MdL Joachim Herrmann, ein Grußwort sprachen, wurde vom Orchester und der Big Band des Ohm-Gymnasiums Erlangen, dessen Direktor OStD Dr. Bernd Grunwald die Tagung perfekt organisiert hatte, mitreißend musikalisch umrahmt.

In der internen Sitzung am Nachmittag standen die Neuwahlen des engeren Vorstands an: OStDin Barbara Loos wurde mit überwältigender Zustimmung erneut zur Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls wiedergewählt wurden als Kassenwart Helmut Seidl, als Schriftführer Albert Lell, als Beisitzer für die Stellvertreter Fred Gambichler und als Beisitzerin für die Pensionisten Regina Weickmann. Für den aus beruflichen bzw. persönlichen Gründen ausscheidenden bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Heinz Peter Kempf wurde Karl-Heinz Bruckner und für den bisherigen Beisitzer Dr. Jakob Gaßner Dr. Winfried Steflbauer in den Vorstand gewählt. Zeitlich am längsten beanspruchte die in großer Zahl anwesenden Mitglieder dann noch die Beratung und Verabschiedung zahlreicher Anträge an die Staatsregierung.

Auf dem Foto von links nach rechts: Fred Gambichler, Dr. Winfried Steflbauer, Regina Weickmann, Barbara Loos, Albert Lell, Karl-Heinz Bruckner und Helmut Seidl

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(Günther Kratzer)

 


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